Rolle der Technischen Hochschule Lübeck in Zeiten der Digitalisierung

Die Digitalisierung ! Ursprünglich verstanden als das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate, steht Digitalisierung heute für eine Vielzahl an Themen, Technologien, Möglichkeiten und Aufgaben, bis hin zu einer Wertediskussion. Sie durchdringt die unterschiedlichsten Lebensbereiche der Menschen und alle Institutionen und Organisationen, so auch die der Technischen Hochschule Lübeck. Unsere Studierende werden praxisnah und auf hohem akademischen Niveau auf ihren beruflichen Weg und eine Arbeitswelt 4.0 vorbereitet.
 
Digitale Technologien spielen daher in allen Fächern eine gewichtige inhaltliche Rolle, in Angewandten Naturwissenschaften, Bauwesen, Elektrotechnik und Informatik ebenso wie in Maschinenbau und Wirtschaft. In Lehre, Forschung und Transfer beschäftigen wir uns mit Themen wie künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit, intelligente Energienutzung, Informationstechnik, Softwaretechnik, Informationstechnologie und Design, Medieninformatik, Mensch-Computer Interaktion und vieles mehr.

Es geht bei der Digitalisierung jedoch nicht nur darum, womit wir uns beschäftigen, sondern auch wie wir sie nutzen. Digitale Lehrformate wie MOOCs, blended learning Konzepte, digitale Medien für die Präsenzlehre und Laborpraxis werden genutzt, aber auch systematisch erforscht (beispielsweise das digitale Lernen in Kleingruppen) und weiterentwickelt (beispielsweise die Blockchain-Technologie zur Anerkennung von akademischen Leistungen, die an anderen Hochschulen erbracht wurden). Mit Hilfe der Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, erschließen wir neue Zielgruppen wie Berufstätige, ausländische Studierende oder Geflüchtete. Wir sind dabei Vorreiterin und Dienstleisterin für Hochschulen im gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus.

Auch unsere Arbeitsweise verändert sich. Netzwerke und Kooperationen stehen zunehmend im Mittelpunkt des Handeln und diese stellen die entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Entwicklung der Hochschule dar. Auch eine moderne Verwaltung nutzt Digitalisierung nicht nur, sondern sie gestaltet diese auch mit.

Wie an jeder anderen Institution auch, sind somit alle Hochschulmitglieder aufgerufen, die Digitalisierung mitzugestalten und das bei unterschiedlichem fachlichen Hintergrund, unterschiedlichem Kenntnisstand bezüglich der Möglichkeiten der Digitalisierung und, auch das gehört dazu, bei unterschiedlich ausgeprägter Begeisterung für diese. Da reicht es nicht als Argument für eine oft tiefgreifende Reformation, der „neueste Trend“ zu sein, die schließlich viel Zeit, Kraft und Geld kostet. Stattdessen müssen Vorteile aufgezeigt, aber auch Risiken benannt werden und es braucht konkret formulierte Ziele, die mit der Digitalisierung erreicht werden sollen und können. Dieser Diskurs ist nicht nur hochschulintern, sondern auch mit allen relevanten Gesellschaftsgruppen zu führen, so dass es für das sinnvolle Positive der Digitalisierung auch eine entsprechende Akzeptanz zur Einführung und Nutzung gibt. Bestenfalls folgt die digitale Weiterentwicklung diesen Zielen und Visionen, denn nur dann ist Digitalisierung tatsächlich kein Selbstzweck, sondern eine Bereicherung.